Marina Vilamoura

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Verlaufen, verfahren oder verloren?
Es ist Sonntag, der 9. Juli. Wir lagen heute früh noch in Vila Real de Santo Antonio. Dies war der erste portugiesische Hafen nach Spanien. Wir sind dort hinein gefahren, weil wir von Mazagon kommend, genug vom Gegenwind hatten und die Fahrt bis Olhao noch ewig gedauert hätte. Diese Entscheidung, den Ausweichhafen anzulaufen und nicht bis zum Abend durchzuknüppeln, war wunderbar.
Santo Antonio war ein guter Ort für Karsten und Felix nach Faro zu kommen, denn die beiden haben uns an diesem Wochenende verlassen. Mit dem Zug konnten sie innerhalb einer Stunde in Faro sein, um das Flugzeug zu erreichen. Das wäre von Olhao nicht möglich gewesen, weil wir dort keinen Liegeplatz bekommen hätten.
Heute morgen also ist Felix wieder abgefahren. 5.48 Uhr fuhr sein Zug. Es waren nur wenige Leute unterwegs, als ich ihn zum Bahnhof brachte. Isabell war sehr traurig.
Zurück im Hafen, machten wir uns gleich fertig zum Auslaufen. Es war 2 Stunden nach Hochwasser und damit kamen wir noch gut über die ziemlich seichte Flussmündung in den Atlantischen Ozean.
Es war ein Ablegenmanöver zum Niederknien! Taiyo lag längsseits am Ponton. Zur Ausfahrt war eine Wende um 180 Grad notwendig. Die Schwierigkeit: Wir hatten Strom von etwa 1,5 Knoten von vorn, Wind von vorn. Und die Gasse zum Wenden war eng. Der Trick: Eine Landleine von der stegabgewandten achterlichen Klampe zu einem Poller vor dem Heck. Alle anderen Leinen lösen und dann leicht Gas voraus mit backbords gelegtem Ruder. Im Strom schwang der Bug und die Leine verhinderte ein frühzeitiges Abtreiben. Im richtigen Augenblick auch die letzte Leine gelöst und wir waren in Fahrt.
Unser Ziel war Olhao, in der Lagune von Faro gelegen. Das waren etwa 25sm und wir kamen nach Niedrigwasser an. Der Strom ging damit in die Lagune hinein und war mit uns.
Dort war eine Menge Schiffsverkeht. Motor- und Segelyachten, Wassertaxis, Fischer und Fähren fahren scheinbar ungeordnet kreuz und quer durcheinander. Das Fahrwasser nach Olhao ist mittelgut betonnt, stellt aber keine Schwierigkeit dar. In der Marina ist es aber beinahe unmöglich einen Platz zu bekommen. Man muss im engen Fahrwasser an der Außenmole entlangfahren. Außen dran kann man nicht mehr festmachen, was ich bei dem schmalen Fahrwasser auch verstehe. In meinem Hafenführer gibt es aber auch noch ein Bild, wo Yachten außen liegen. Wir hätten also auch zwei Tage vorher keinen Platz bekommen und Karsten und Felix wären von dort nicht nach Faro gekommen, denn unser Dinghy hat den Dienst aufgekündigt.
So drehten wir ab und da wir auch nicht in der Lagune vor Anker gehen wollten, fuhren wir wieder hinaus und wendeten uns gen Vilamoura. So gut es mit dem Strom beim Einlaufen geklappt hatte, so schlecht waren die Bedingungen nun, beim Ausfahren. In der Ausfahrt, die ca 50m breit ist, hatten wir heftigen Gegenstrom. Wie in einem schnell fließenden Fluss kam uns das Wasser entgegen. Ich habe es trotzdem versucht, so wahnsinnig lang war die Strecke ja nicht, und mit Vollgas durch die Strudel kamen wir langsam aus der Ausfahrt frei.
Es war nicht weit bis Vilamoura, die Einfahrt kein Problem und die Ladies an der Rezeption freundlich. Erst als die junge Frau den Preis für eine Nacht sagte, glaubte ich, mich verhört zu haben. Plus Kaution für die Magnetkarte für Steg und Bad wollte sie 110,00 Euro. Davon waren zwar 30 Euro Kaution, aber das war doch happig.
Und als wir an den Steg zu unserem Liegeplatz kamen, waren wirder einzige Segler und die anderen Yachten waren zum großen Teil Millionenobjekte. Wir kamen uns sehr deplatziert und über‘s Ohr gehauen vor, denn an anderen Stegen wäre unsere Anwesenheit „normal“ gewesen.
Am nächsten Morgen, bei der Rückgabe der Erlebniskarte (30,- € Kaution!) habe ich noch mal nachgefragt. Siehe da, die junge Frau vom Vortag hat die falsche Breite für unser Boot berechnet und statt 80 Eus waren es noch 56. Immer noch stattlich aber besser zu verkraften.

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