Die Rettung des Strohhuts

Eingetragen bei: Marina, Widrigkeiten | 0

In der Nacht vom 23. zum 24. Juli war an Schlaf kaum zu denken. Der Wind heulte in den Wanten und das Boot schaukelte als wäre Seegang. In Böen erreichte der Wind weit über 40 Knoten. Mitten in der Nacht brachte ich im Pullover aber blankem Arsch zu den vorhandenen fünf Leinen noch eine weitere mit Ruckdämpfer zum Steg aus. Das Beiboot musste ich zwei mal neu festbinden in jeweils anderen Positionen bis es endlich Ruhe gab. Schaden hatten wir aber nicht zu beklagen, ein Kugelfender war schon tags zuvor auf Reise ohne Wiederkehr gegangen.
Selbst am Vormittag ließ der Wind kaum nach. So saß ich lesend mit dem Strohhut auf dem Kopf wegen der prallen Sonne und las, als eine besonders kecke Windböe mir den Hut vom Kopfe riß. Die Schnur, die sich sonst würgend um meinen Hals schlingt nützte nichts, weil die Böe mich von hinten erwischte. Und wo landete der Hut? Natürlich im Wasser. So wagte ich mich ins schmuddelige Hafenwasser und rettete wie weiland David Hasselhof als Rettungsschwimmer mein Hütchen.

Hinterlasse einen Kommentar